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Bundesurlaubsgesetz

Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer - BUrlG


Eingangsformel
§ 1 Urlaubsanspruch
§ 2 Geltungsbereich
§ 3 Dauer des Urlaubs
§ 4 Wartezeit
§ 5 Teilurlaub
§ 6 Ausschluss von Doppelansprüchen
§ 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs
§ 8 Erwerbstätigkeit während des Urlaubs
§ 9 Erkrankung während des Urlaubs
§ 10 Maßnahmen der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation
§ 11 Urlaubsentgelt
§ 12 Urlaub im Bereich der Heimarbeit
§ 13 Unabdingbarkeit
§ 14 Berlin-Klausel
§ 15 Änderung und Aufhebung von Gesetzen
§ 15a Übergangsvorschrift
§ 16 Inkrafttreten

 

 

Bundesurlaubsgesetz in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 800-4, veröffentlichten bereinigten Fassung,
das zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 7. Mai 2002 (BGBl. I S. 1529) geändert worden ist

§ 1

Eingangsformel

 

Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen:

 

 

BUrlG § 1 Urlaubsanspruch

 

Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.

§ 2

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 2 Geltungsbereich


Arbeitnehmer im Sinne des Gesetzes sind
Arbeiter und Angestellte
sowie die zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten.

Als Arbeitnehmer gelten auch Personen,
die wegen ihrer wirtschaftlichen Unselbständigkeit als arbeitnehmerähnliche Personen anzusehen sind;
für den Bereich der Heimarbeit gilt § 12.

§ 3

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 3 Dauer des Urlaubs


(1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage.


(2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

§ 4

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 4 Wartezeit


Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

§ 5

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 5 Teilurlaub


(1) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens
des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer

 

a) für Zeiten eines Kalenderjahrs, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit
    in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt;


b) wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet;


c) wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahrs
    aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet.


(2) Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben,
     sind auf volle Urlaubstage aufzurunden.


(3) Hat der Arbeitnehmer im Falle des Absatzes 1 Buchstabe c bereits Urlaub
     über den ihm zustehenden Umfang hinaus erhalten,
     so kann das dafür gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden.

§ 6

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 6 Ausschluss von Doppelansprüchen

 

(1) Der Anspruch auf Urlaub besteht nicht, soweit dem Arbeitnehmer für das laufende Kalenderjahr
bereits von einem früheren Arbeitgeber Urlaub gewährt worden ist.

 

(2) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses dem Arbeitnehmer eine

Bescheinigung über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub auszuhändigen.

§ 7

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs

 

(1) Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen,

es sei denn,
dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer,
die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen,

entgegenstehen.

Der Urlaub ist zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluss an eine Maßnahme
der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt.

 

(2) Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn,
dass dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe
eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.
Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden,
und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen,
so muss einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.

 

(3) Der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden.

Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft,

wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen.

Im Fall der Übertragung muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs
gewährt und genommen werden.

Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist ein nach § 5 Abs. 1 Buchstabe a entstehender Teilurlaub

jedoch auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.

 

(4) Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden,

so ist er abzugelten.

§ 8

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 8 Erwerbstätigkeit während des Urlaubs

 

Während des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten.

§ 9

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 9 Erkrankung während des Urlaubs

 

Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs,

so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit

auf den Jahresurlaub nicht angerechnet.

§ 10

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 10 Maßnahmen der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation

 

Maßnahmen der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation dürfen nicht auf den Urlaub angerechnet werden,

soweit ein Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts nach den gesetzlichen Vorschriften über die

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall besteht.

§ 11

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 11 Urlaubsentgelt

 

(1) Das Urlaubsentgelt bemisst sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst,
das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat,
mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes.

Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur,
die während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten,

ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen.

Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von
Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten,

bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht.

Zum Arbeitsentgelt gehörende Sachbezüge, die während des Urlaubs nicht weitergewährt werden,
sind für die Dauer des Urlaubs angemessen in bar abzugelten.

 

(2) Das Urlaubsentgelt ist vor Antritt des Urlaubs auszuzahlen.

§ 12

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 12 Urlaub im Bereich der Heimarbeit

 

Für die in Heimarbeit Beschäftigten und die ihnen nach § 1 Abs. 2 Buchstaben a bis c des Heimarbeitsgesetzes

Gleichgestellten, für die die Urlaubsregelung nicht ausdrücklich von der Gleichstellung ausgenommen ist,

gelten die vorstehenden Bestimmungen mit Ausnahme der §§ 4 bis 6, 7 Abs. 3 und 4 und § 11
nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen:


1. Heimarbeiter (§ 1 Abs. 1 Buchstabe a des Heimarbeitsgesetzes) und nach
    § 1 Abs. 2 Buchstabe a des Heimarbeitsgesetzes Gleichgestellte erhalten von ihrem Auftraggeber oder,
    falls sie von einem Zwischenmeister beschäftigt werden,
    von diesem bei einem Anspruch auf 24 Werktage ein Urlaubsentgelt von 9,1 vom Hundert
    des in der Zeit vom 1. Mai bis zum 30. April des folgenden Jahres
    oder bis zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses verdienten Arbeitsentgelts
    vor Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ohne Unkostenzuschlag
    und ohne die für den Lohnausfall an Feiertagen,
    den Arbeitsausfall infolge Krankheit und den Urlaub zu leistenden Zahlungen.


2. War der Anspruchsberechtigte im Berechnungszeitraum nicht ständig beschäftigt,
    so brauchen unbeschadet des Anspruches auf Urlaubsentgelt nach Nummer 1
    nur so viele Urlaubstage gegeben zu werden, wie durchschnittliche Tagesverdienste,
    die er in der Regel erzielt hat, in dem Urlaubsentgelt nach Nummer 1 enthalten sind.


3. Das Urlaubsentgelt für die in Nummer 1 bezeichneten Personen
    soll erst bei der letzten Entgeltzahlung vor Antritt des Urlaubs ausgezahlt werden.


4. Hausgewerbetreibende (§ 1 Abs. 1 Buchstabe b des Heimarbeitsgesetzes)
    und nach § 1 Abs. 2 Buchstaben b und c des Heimarbeitsgesetzes Gleichgestellte
    erhalten von ihrem Auftraggeber oder, falls sie von einem Zwischenmeister beschäftigt werden,
    von diesem als eigenes Urlaubsentgelt und zur Sicherung der Urlaubsansprüche
    der von ihnen Beschäftigten einen Betrag von 9,1 vom Hundert
    des an sie ausgezahlten Arbeitsentgelts vor Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge
    ohne Unkostenzuschlag und ohne die für den Lohnausfall an Feiertagen,
    den Arbeitsausfall infolge Krankheit und den Urlaub zu leistenden Zahlungen.


5. Zwischenmeister, die den in Heimarbeit Beschäftigten nach
    § 1 Abs. 2 Buchstabe d des Heimarbeitsgesetzes gleichgestellt sind,
    haben gegen ihren Auftraggeber Anspruch auf die von ihnen nach
    den Nummern 1 und 4 nachweislich zu zahlenden Beträge.


6. Die Beträge nach den Nummern 1, 4 und 5 sind gesondert im Entgeltbeleg auszuweisen.


7. Durch Tarifvertrag kann bestimmt werden, dass Heimarbeiter (§ 1 Abs. 1 Buchstabe a des Heimarbeitsgesetzes),
    die nur für einen Auftraggeber tätig sind und tariflich allgemein wie Betriebsarbeiter behandelt werden,
    Urlaub nach den allgemeinen Urlaubsbestimmungen erhalten.


8. Auf die in den Nummern 1, 4 und 5 vorgesehenen Beträge finden die §§ 23 bis 25, 27 und 28
    und auf die in den Nummern 1 und 4 vorgesehenen Beträge außerdem § 21 Abs. 2 des Heimarbeitsgesetzes

    entsprechende Anwendung.
    Für die Urlaubsansprüche der fremden Hilfskräfte der in Nummer 4 genannten Personen
    gilt § 26 des Heimarbeitsgesetzes entsprechend.

§ 13

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 13 Unabdingbarkeit

 

(1) Von den vorstehenden Vorschriften mit Ausnahme der §§ 1, 2 und 3 Abs. 1
kann in Tarifverträgen abgewichen werden.

Die abweichenden Bestimmungen haben zwischen nichttarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Geltung,
wenn zwischen diesen die Anwendung der einschlägigen tariflichen Urlaubsregelung vereinbart ist.

Im übrigen kann, abgesehen von § 7 Abs. 2 Satz 2, von den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht

zuungunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden.

 

(2) Für das Baugewerbe oder sonstige Wirtschaftszweige,

in denen als Folge häufigen Ortswechsels der von den Betrieben zu leistenden Arbeit

Arbeitsverhältnisse von kürzerer Dauer als einem Jahr in erheblichem Umfange üblich sind,

kann durch Tarifvertrag von den vorstehenden Vorschriften
über die in Absatz 1 Satz 1 vorgesehene Grenze hinaus abgewichen werden,
soweit dies zur Sicherung eines zusammenhängenden Jahresurlaubs für alle Arbeitnehmer erforderlich ist.

Absatz 1 Satz 2 findet entsprechende Anwendung.

 

(3) Für den Bereich der Deutsche Bahn Aktiengesellschaft
sowie einer gemäß § 2 Abs. 1 und § 3 Abs. 3 des Deutsche Bahn Gründungsgesetzes vom 27. Dezember 1993
(BGBl. I S. 2378, 2386) ausgegliederten Gesellschaft
und für den Bereich der Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost

kann von der Vorschrift über das Kalenderjahr als Urlaubsjahr (§ 1)

in Tarifverträgen abgewichen werden.

§ 14

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 14 Berlin-Klausel

 

Dieses Gesetz gilt nach Maßgabe des § 13 Abs. 1 des Dritten Überleitungsgesetzes vom 4. Januar 1952

(Bundesgesetzbl. I S. 1) auch im Land Berlin.

§ 15

 

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 15 Änderung und Aufhebung von Gesetzen

 

(1) Unberührt bleiben die urlaubsrechtlichen Bestimmungen
des Arbeitsplatzschutzgesetzes vom 30. März 1957 (Bundesgesetzbl. I S. 293),
geändert durch Gesetz vom 22. März 1962 (Bundesgesetzbl. I S. 169),
des Neunten Buches Sozialgesetzbuch
des Jugendarbeitsschutzgesetzes vom 9. August 1960 (Bundesgesetzbl. I S. 665),

geändert durch Gesetz vom 20. Juli 1962 (Bundesgesetzbl. I S. 449),

und des Seemannsgesetzes vom 26. Juli 1957 (Bundesgesetzbl. II S. 713),

geändert durch Gesetz vom 25. August 1961 (Bundesgesetzbl. II S. 1391),

jedoch wird

a) und b) ...

 

(2) Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes treten die landesrechtlichen Vorschriften über den Erholungsurlaub außer Kraft.

In Kraft bleiben jedoch die landesrechtlichen Bestimmungen über den Urlaub für Opfer des Nationalsozialismus

und für solche Arbeitnehmer, die geistig oder körperlich in ihrer Erwerbsfähigkeit behindert sind.

§ 15a

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 15a Übergangsvorschrift

 

Befindet sich der Arbeitnehmer von einem Tag nach dem 9. Dezember 1998 bis zum 1. Januar 1999

oder darüber hinaus in einer Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation,

sind für diesen Zeitraum die seit dem 1. Januar 1999 geltenden Vorschriften maßgebend,

es sei denn, dass diese für den Arbeitnehmer ungünstiger sind.

§ 16

Inhaltsverzeichnis

 

BUrlG § 16 Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt mit Wirkung vom 1. Januar 1963 in Kraft.


Inhaltsverzeichnis

Ergänzende Vorschriften:

Verordnung über den Erholungsurlaub der Beamtinnen, Beamten und Richterinnen und Richter des Bundes(Erholungsurlaubsverordnung - EUrlV)

Verordnung über den Sonderurlaub für Bundesbeamtinnen, Bundesbeamte, Richterinnen und Richter des Bundes - SUrlV

Arbeitszeitgesetz

§ 19 Jugendarbeitsschutzgesetz (Mindesurlaub für Jugendliche)

§ 53 ff Seemannsgesetz (abweichende Regelungen)

§ 8 Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres

§ 8 Gesetz zur Förderung eines freiwilligen ökologischen Jahres

§ 4 Entwicklungshelfer-Gesetz

Urlaubsabgeltung

Programm zur Berechnung des Urlaubsanspruchs bei Teilzeitarbeit

 

Inhaltsverzeichnis

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